Russland hat nach ukrainischen Angaben einen Getreide-Frachter im Schwarzen Meer beschossen. Dabei seien zehn Menschen gestorben. Die Ukraine sprach von "Terrorakt" und Völkerrechtsbruch – und antwortete mit einem großangelegten Drohnenangriff. Bei einem russischen Angriff auf einen Frachter im Schwarzen Meer sind nach ukrainischen Angaben zehn Menschen getötet worden. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, teilte die ukrainische Hafenbehörde am Morgen mit. Die ukrainische Marine hatte gestern Abend erklärt, Russland habe die türkische "Golden Leo" bei Odessa mit drei Marschflugkörpern beschossen, als der mit Getreide beladene Frachter dabei gewesen sei, "das Kampfgebiet" zu verlassen. Besatzung aus Indien und Syrien Laut dem neuen ukrainischen Regierungschef Serhij Korezkyj wurde das Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen getroffen. Unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse, teilte Außenminister Andrij Sybiha mit. Die Besatzungsmitglieder stammten überwiegend aus Indien und Syrien. Der Frachter fuhr unter der Flagge des westafrikanischen Landes Guinea-Bissau. Marine verurteilt Angriff auf unbewaffnetes Schiff "Das ist ein weiterer gezielter Angriff Russlands gegen ein unbewaffnetes ziviles Schiff unter fremder Flagge, das keinerlei militärische Bedrohung darstellte", betonte die ukrainische Marine. Es handle sich um einen "Terrorakt" gegen die friedliche Schifffahrt und eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts. In der Schwarzmeer-Region herrscht ein von Kiew selbst so bezeichneter Seekrieg. Dort gibt es schwere Gefechte zwischen den Kriegsparteien. Russland greift den Hafen in der Region Odessa fast täglich an. Der Gouverneur, Oleh Kiper, gab heute im ukrainischen Fernsehen an, seit Beginn dieses Monats seien 28 Menschen in der Region getötet worden. Unklar ist, wieso in der umkämpften Region überhaupt ein ziviles Schiff unterwegs war. Russland wirft der Ukraine vor, sich unter dem Deckmantel ziviler Schiffe Waffen und Rüstungsgüter für den Abwehrkampf im russischen Angriffskrieg liefern zu lassen. Erneut Tote in Saporischschja Außerdem wurden bei einem russischen Luftangriff auf das südostukrainische Gebiet Saporischschja in der gleichnamigen Gebietshauptstadt mindestens zwei Menschen getötet. Das teilte der ukrainische Rettungsdienst in der Nacht auf Telegram mit. Mindestens 42 Personen wurden demnach bei dem Angriff verletzt, unter ihnen seien auch acht Kinder. Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte das russische Militär die Stadt mit Lenkbomben angegriffen. Dabei sei ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen worden. Zwei Stockwerke des Hauses wurden demnach vollständig zerstört. Ukrainische Angriffe auf die Region Moskau Die Ukraine griff ihrerseits Ziele in der russischen Hauptstadt Moskau und dem Umland mit Drohnen an. Zehn Menschen wurden dort nach russischen Angaben verletzt. In der Grenzregion Belgorod meldete der dortige Gouverneur zudem ein Todesopfer und vier Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 381 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt worden seien. Die Ukraine habe mehr als 400 Drohnen abgefeuert, schrieb der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, zuvor auf Telegram. Selenskyj: "Gerechte" Antwort auf russische Angriffe Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Angriffe auf ein Öldepot und Logistikeinrichtungen in der Region Moskau. Außerdem seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte und vier Frachtschiffe getroffen worden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Die Ukraine antworte "gerecht" auf jeden russischen Angriff auf ihre Städte und Gemeinden. Dem Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, zufolge konzentrierten sich die Schäden auf die Bezirke Podolsk, Domodedowo und Odinzowo. Dort seien zivile Infrastruktureinrichtungen beschädigt worden und in Brand geraten. In Domodedowo nahe einem der Moskauer Hauptflughäfen brach Behörden zufolge ein Feuer in einem Gewerbegebiet aus, es gab demnach mehrere Verletzte.
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