
„Bin ich hässlich?“ Das frage ich meinen Freund. Es ist die vermutlich rhetorischste Frage meines Lebens. Sie ist nicht direkt ernst gemeint, aber wenn ich morgens in den Spiegel sehe, bin ich inzwischen oft entsetzt. In meiner Adoleszenz – den Heroin-Chic-Kreisen der Neunziger – galt fertig aussehen als verwegen, als sexy. Augenringe waren kein Makel.
Sie kommen mit dem Fahrrad oder dem SUV, sind jung oder alt und springen noch im Morgengrauen ins kalte Wasser: Schwimmer in einem Freibad in Frankfurt ziehen schon um 6.40 Uhr ihre Bahnen. Was treibt sie an?
Wigald Boning ist Komiker. Hier schreibt er über ein 24-Stunden-Rennen im Hallenbad, seine Zeit als Diskuswerfer, die Bürokratisierung des Körpers und seine Bewunderung für Gertrude Ederle, die als erste Frau den Ärmelkanal durchschwamm.
Vor zwanzig Jahren geht unserem Autor die Luft aus, mitten auf dem Badesee. Er muss gerettet werden. Jetzt hat er einen Weg gefunden, die Schmach zu tilgen.
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