Lange haben die Sparkassen und genossenschaftlichen Banken zugesehen, wie Neobroker ihnen gerade jüngere, vom Aktienhandel begeisterte Kunden weggeschnappt haben. Nun reagieren die Sparkassen und starten S-Neo. Angekündigt wurde die neue Möglichkeit, Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, im Februar.
„S-Neo ist konsequent für die Nutzung auf dem Smartphone konzipiert und bietet Kunden einen schnellen und übersichtlichen Zugang zu Sparplänen und Wertpapiergeschäften“, heißt es in einer Mitteilung des Sparkassenverbandes. Bislang ist der Wertpapierhandel bei der Sparkasse nur über den S-Broker möglich, hinter dem die Deka-Bank steht, die Fondsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe.
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„Wir wollen nicht, dass Menschen aus Gewohnheit dauerhaft unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wer Vermögen aufbauen will, braucht neben Sicherheit auch einen einfachen Zugang zu Chancen“, lässt sich Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), in einer Mitteilung zitieren. „Mit S-Neo holen wir Wertpapiersparen in die App Sparkasse, also dorthin, wo mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland ihren finanziellen Alltag organisieren“, so Schmalzl weiter.
Der Aktienhandel per App soll das bisherige Angebot mit Beratung ergänzen, nicht etwa ersetzen. Und auch von sogenannten Day-Tradern, also Anlegern, die Kursschwankungen innerhalb eines Handelstages ausnutzen, rücken die Sparkassen ab. „S-Neo ist kein Angebot für den schnellen Effekt, sondern ein Zugang für Menschen, die ihre finanziellen Möglichkeiten bewusster nutzen wollen“, so Schmalzl.
Zunächst steht das Angebot den 20 Millionen App-Nutzern zur Verfügung, von denen etwa die Hälfte kein Wertpapierdepot hat. Um den Jahreswechsel 2026/2027 ist eine Öffnung für Neukunden geplant.
Entscheidend für die Akzeptanz des neuen Angebots werden die Zuverlässigkeit und vor allem die Gebühren sein. Diese legt aber jede einzelne Sparkasse selbst fest, eine bundeseinheitliche Regelung für alle Sparkassen-Kunden gibt es nicht. Angebote von Neobrokern haben in der Vergangenheit Schlagzeilen gemacht, weil es an besonders volatilen Handelstagen zu Verzögerungen bei der Abwicklung von Orders gekommen war.
Die Stadtsparkasse München berechnet beispielsweise einen Euro pro Wertpapierorder, hinzu können aber Entgelte anderer Marktparteien kommen. Bei einem Depotvolumen unter 25.000 Euro berechnet die Münchner Stadtsparkasse zudem keine Depotgebühren. Zudem werden Sparpläne kostenlos ausgeführt.
Auch die Volksbanken arbeiten an einer Aktien-Trading-App. Wann sie eingeführt wird, ist noch unklar.
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