
Kaum ein Spieler verkörpert die argentinische Art Fußball zu spielen so wie Emiliano „Dibu“ Martínez (33). Der Schlussmann der Albiceleste steht für eine Mischung von sportlicher Klasse und einer Prise Provokation. Seine Mitspieler wissen, dass sie sich in den entscheidenden Situationen eines Turniers auf ihn verlassen können. Während andere Torhüter punktuell überragende Leistungen brachten, steht der Mann aus Mar del Plata für kontinuierliche Zuverlässigkeit auf höchstem Niveau. Seit er 2022 das Elfmeterschießen im Finale gegen Frankreich mit der ihm eigenen polarisierenden Art für Argentinien gewann, genießt er in seiner Heimat absoluten Kultstatus. Und bestätigte seine Qualität auch in diesem Turnier. Hielt im Finale gegen Spanien, was zu halten war, und war beim Gegentreffer chancenlos. (käuf.)
Weil den Teams Zeit zum Üben fehlt, ist das Spiel bei der WM simpler geworden. Wieso schießen plötzlich alle aus der Ferne? Und werden große Klubs tief verteidigen, wie es auch Spanien oder England taten?
Ein Trainer ohne Star-Attitüde schmiedet Spaniens „selección“ zur Einheit: Luis de la Fuente wählt den Passendsten statt des Prominentesten – und liegt damit weit vor der Konkurrenz.
Die WM belegt Veränderungen im Status des Fußballs. Den Deutschen stellt sich die Frage, ob sie eine über den Sport hinausgehende Schwierigkeit haben bei der Übernahme von individueller Verantwortung innerhalb gemeinschaftlicher Aufgaben.
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