Der große Traum Argentiniens ist geplatzt. Den WM-Titel konnte das Team nicht verteidigen. Auch Spekulationen um einen Messi-Rücktritt sorgten für Tränen. Doch Grund zum Feiern fand man in Buenos Aires trotzdem. Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Rio de Janeiro Der Schreck steht ihnen ins Gesicht geschrieben – den vielen Tausend Fans der argentinischen Nationalmannschaft, die ins Zentrum von Buenos Aires gekommen waren, um ihr Team zu feiern und den nächsten Weltmeistertitel. Nach dem Schlusspfiff und dem späten Siegtor der spanischen Mannschaft blicken sie versteinert in den Abendhimmel. Einige haben Tränen auf den Wangen, wie Lucia. Ihre blau-weiße Schminke in Argentinien-Farben ist verwischt. "Ich muss weinen, bin aber sehr dankbar dafür, was das argentinische Team und Messi erreicht haben. Danke, dass ihr uns wieder in ein Finale gebracht habt nach 2022", sagt sie. Argentinien ehrt Lionel Messi Auch Alex hat verweinte Augen. Er trägt ein Argentinien-Trikot und eine Argentinien-Mütze. Der Abend hätte für ihn anders laufen sollen. "Das war wohl die letzte WM für Messi, aber auch, wenn das so ist: Die Mannschaft wird es ohne ihn schaffen, Titel zu holen." Messi ist allgegenwärtig. Sein Gesicht hängt auf riesigen Plakaten an Hochhäusern. Auf den Obelisken, die weiße Steinsäule im Zentrum von Buenos Aires, werden an diesem Abend Szenen aus Messis Karriere projiziert. Wird Messi nach dieser WM als Nationalspieler zurücktreten? Spekulationen machen seit Langem die Runde. Trainer Lionel Scaloni hielt sich am Abend bedeckt – und Messi selbst sowieso. Buenos Aires feiert WM-Party trotz Niederlage Nachdem sich der erste Schock für die argentinischen Fans gelegt hat, wird die Stimmung lockerer. Immer mehr Menschen strömen zum Obelisken. Hier und da stehen Grills am Straßenrand, auf denen Fleisch brutzelt: das argentinische Asado. Buenos Aires verwandelt sich in einen großen Partyspot, auch wenn der Anlass zum Feiern offiziell fehlt. "Man muss immer das Gute sehen, wir sind schließlich Argentinier. Die besten Spieler kommen hierher: Maradona, Messi, das macht mich glücklich", erzählt Carolina. Ihre Freundin Tatjana gibt zu: Der Gegner auf dem Platz war in diesem Finale einfach besser. "Spanien hat uns übertroffen. Das muss man anerkennen." Das Feiern lassen sie sich aber nicht nehmen. Wie Tausende andere argentinische Fußballfans, die trotz der Niederlage im WM-Finale rund um den Obelisken die Nacht zum Tag machen.
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