Tanken in Deutschland wird wieder teurer: Ein Liter E10 kostet inzwischen fast so viel wie rund um Ostern. Das liegt neben dem gestiegenen Ölpreis auch am Ferienverkehr. Der ADAC erwartet einen neuen Höhepunkt. Die Spritpreise sind über das Wochenende erneut gestiegen. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntag 2,152 Euro pro Liter, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Damit verteuerte es sich im Vergleich zum Freitag um weitere 1,1 Cent. Diesel stieg im Vergleich zum Freitag um 1,6 Cent auf 2,177 Euro pro Liter. Bei beiden Kraftstoffen war es der achte Anstieg in Folge. Ein Liter E10 ist derzeit 13,6 Cent teurer als noch vor zwei Wochen, als sich die Preise nach dem Ende des Tankrabatts ein wenig beruhigt hatten. Beim Diesel sind es sogar 23,1 Cent. E10 ist zudem nur noch rund vier Cent von seinem Mehrjahreshoch rund um Ostern und gut fünf Cent von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2022 entfernt. Preisrekorde könnten gebrochen werden Daten der ARD bestätigen die Lage. Für einen Liter Diesel zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer danach heute Mittag um 15.00 Uhr im Schnitt 2,16 Euro – ein Plus von 15 Cent im Vergleich zum vergangenen Montag. Ein Liter E10 kostete 2,13 Euro pro Liter und damit zehn Cent mehr. Das ergibt die SWR-Datenanalyse aller Kraftstoff-Preise der rund 15.000 deutschen Tankstellen. Wichtigster Treiber dürfte der seit Anfang des Monats kräftig gestiegene Ölpreis sein. Sollte die Entwicklung anhalten, könnten auch die bisherigen Preisrekorde bei E10 überschritten werden, heißt es vom ADAC. Diesel ist dagegen aktuell noch weit von seinem Rekord entfernt. Am 7. April hatte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,447 Euro gekostet. Lage am Morgen leicht beruhigt Am heutigen Morgen beruhigte sich die Entwicklung allerdings ein Stück weit. Um 10.00 Uhr waren sowohl Diesel als auch E10 minimal billiger als zum selben Zeitpunkt am Sonntag. Ein Grund könnte sein, dass der Ölpreis etwas nachgegeben hat, nachdem Iran eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA angedeutet hatte. Ferienverkehr erreicht neuen Höhepunkt Eine Rolle dürfte bei den steigenden Spritpreisen derweil auch der Ferienverkehr spielen. Schätzungen zufolge klettert die Nachfrage an Zapfsäulen in diesen Zeiten um bis zu zehn Prozent an. Mit dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen erreichte die Sommerreisewelle an diesem Wochenende nach Angaben des ADAC ihren nächsten Höhepunkt. Und auch am kommenden Wochenende rechnet der Automobilclub mit starkem Reiseverkehr. Mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg hätten inzwischen nahezu alle Bundesländer Ferien. Zudem seien auch in den Nachbarländern die Schulferien in vollem Gange, wodurch der Urlaubs- und Transitverkehr weiter zunimmt. Besonders belastet sind demzufolge die Reiserouten in Richtung Alpen, Süddeutschland sowie Nord- und Ostsee. Keine weiteren Entlastungen geplant Die Bundesregierung plant trotz der stark gestiegenen Spritpreise aktuell keine neuen Entlastungen für Autofahrende. Man habe Entlastungsmaßnahmen beendet und sehe momentan keine neuen Maßnahmen, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Mit den Schwankungen werde man mit Blick auf die Straße von Hormus noch eine Weile leben müssen. Die Koalition werde die Lage beobachten. Momentan gebe es aber keine Notwendigkeit für neue Entlastungen.
Source: Tagesschau — This article was automatically imported from the source. Read full article at original source →