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Hütters Comeback-Pläne: Die Eintracht wird wieder verlässlicher

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Hütters Comeback-Pläne: Die Eintracht wird wieder verlässlicher

Unterwegs nach England: Aurèle Amenda verlässt die Eintracht.

An hohen Erwartungen an einen neuen Trainer mangelt es in den ersten Tagen einer Vorbereitung nie. Das ist bei Adi Hütter nicht anders, der gerade zum zweiten Mal die Aufgabe übernommen hat, der Eintracht zu mehr Durchschlagskraft zu verhelfen. Mit dem Comeback des mittlerweile 56 Jahre alten Österreichers verbindet sich bei den Frankfurtern die Hoffnung, dass er die Spieler so anleitet, dass sie eine höhere Intensität als zuletzt und eine größere Verlässlichkeit in die Abläufe bekommen; die Auftritte sollen wieder mitreißender werden.

Hütters Rückkehr markiert eine Kurskorrektur. Durch das unerquickliche Intermezzo mit Albert Riera wurde auch dem Letzten derer, die bei der Eintracht etwas zu sagen haben, bewusst, wie wichtig Verlässlichkeit ist – nach innen und außen.

Hütter ist die Dynamik an diesem oftmals von einer besonderen Emotion aufgeladenen Fußballstandort aus seinen Frankfurter Jahren bis 2021 vertraut. Er weiß um die emotionale Wucht, die Entscheidungen rund um die Eintracht auslösen. Der Verein hat Monate hinter sich, die den eigenen Ansprüchen nicht genügten.

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Die Qualifikation für den Europapokal wurde fahrlässig verspielt. Ausgerechnet in jener Saison, in der im kommenden Mai das Finale der Europa League im eigenen Stadion stattfinden wird, ist die Eintracht international außen vor – für einen Klub, der sich im vergangenen Jahrzehnt durch zahlreiche Glanzauftritte bei Einsätzen jenseits der nationalen Grenzen einen Namen machte, ein herber Rückschlag.

Hütter übernahm eine unfertige Mannschaft. Die Verpflichtung von Noël Aséko und der Verkauf von Aurèle Amenda belegten übers Wochenende, dass der Prozess der Veränderung Fahrt aufnimmt. Weitere Zu- und Abgänge werden folgen müssen – weil der Kader (zu) groß und viele Schlüsselpositionen für höhere Ansprüche ungenügend besetzt sind.

Als Hütter die Eintracht dereinst durch die Zugkraft der „Büffelherde“ zu einer von den Gegnern schwer zu stoppenden Gemeinschaft formte, die die Herzen vieler Offensivliebhaber im Sturm eroberte, gehörten Disziplin, Selbstvertrauen und Unerschrockenheit zum Wesenskern seiner Leute. In Monaco hat er diesen Strategieansatz weiterentwickelt, mit mehr Kontrolle bei Ballbesitz und einer größeren Balance zwischen Lust am Angriff und der Pflicht zur Verteidigung. Genau solch eine Mischung könnte nun für die SGE zum Maßstab werden.

Den Ausbruch aus der Mittelmäßigkeit, in die die Eintracht selbstverschuldet abrutschte, wird der Coach nicht im Alleingang bewerkstelligen können. Sportvorstand Markus Krösche steht mit seiner Personalplanung ebenso in der Pflicht wie die rund zwanzig Profis, die den Ambitionen des Vereins künftig ein Gesicht geben sollen.

Der Start in das Projekt verlief komplikationslos. Aufschluss darüber, ob sich die Ziele tatsächlich erreichen lassen werden, wenn Mitte August der Pflichtspielalltag beginnt, konnte die Auftaktwoche auf dem Übungsplatz im Stadtwald und der 7:1-Sieg im Testspiel-Kick gegen die Hessenliga-Amateure des FC Gießen selbstredend nicht liefern. Dafür ist der eingeleitete Umbau, den Hütter zu bewerkstelligen hat, zu umfangreich.

Zumindest aber lässt sich erkennen, zum Beispiel im Umgang mit Jonathan Burkardt, und heraushören, wenn es um die Spielidee geht, dass er, der für den Kurs der Eintracht maßgeblich verantwortlich ist, wieder einem klaren Plan folgt. Genau das fehlte zuletzt.


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Originally published by Frankfurter Allgemeine faz.net
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