
Frankfurt. Die Sorge vor Engpässen auf dem Ölmarkt ist zurück: Nachdem die USA in der Nacht auf Montag erneut den Iran bombardiert haben, ist der Preis der Rohölsorte Brent erstmals seit mehr als einem Monat zeitweise über die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Am Nachmittag notiert er bei rund 88 US-Dollar pro Barrel.
Die Angst vor einer Ausweitung des Kriegs im Nahen Osten wächst, der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA gilt als gescheitert. Nun könnte sich die Ölknappheit noch aus einem anderen Grund verschärfen: Denn die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen verkündeten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien.
Damit dürfte eine wichtige Umgehungsroute wegfallen: Saudi-Arabien hatte zwei Drittel seiner Vorkriegsexporte auf seine Exportterminals am Roten Meer umgeleitet und von dort aus verschifft. Damit hat das Königreich dazu beigetragen, dass der Ölpreis in den vergangenen Monaten nicht stärker anstieg.
Eine direkte Reaktion des Ölpreises auf die Entwicklung blieb aus. Wenige Stunden zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Vermittler hätten eine zehntägige Pause der Angriffe zwischen den USA und dem Iran vorgeschlagen.
Experten warnen aber vor den Auswirkungen einer Huthi-Blockade. „Sollte es im Zuge einer weiteren Eskalation zu einer Blockade der Straße von Bab al-Mandab kommen, dürfte insbesondere der Ölpreis weiter steigen“, sagt etwa Commerzbank-Analyst Norman Liebke.
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