In Ungarn gab es einen Dämpfer für den neuen Premier Magyar: Seine Wunschkandidatin für die Präsidentschaft, die Schachgroßmeisterin Judit Polgar, hat abgesagt. Die "historische Verantwortung" sei zu groß. Von Oliver Soos Der ungarische Premier Peter Magyar hatte europaweit für Schlagzeilen gesorgt: Er wolle die ehemalige Schach-Großmeisterin Judit Polgar als Präsidentin. Die 49-Jährige gilt als die beste Schachspielerin aller Zeiten, sie hat 25 Jahre lang die Frauen-Weltrangliste angeführt. Magyar sprach auf seiner Facebookseite von einer überparteilichen Kandidatin die vor allem durch Fleiß, Ausdauer und Persönlichkeit überzeuge. An diesem Montag hatte Magyar geplant sie offiziell darum zu bitten, die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin anzunehmen, doch dann kam am frühen Montagabend die Absage. Polgar: Kann die Aufgabe nicht erfüllen Judit Polgar schreibt auf ihrer Facebookseite: "Ich bin extrem dankbar für die Nominierung für die Präsidentschaft und schätze die Geste des Premierministers, eine unabhängige Kandidatin zu nominieren. Trotzdem fühle ich mich nicht stark genug, um diese historische Verantwortung zu übernehmen. Ich kann die Aufgabe, eine gespaltene Nation wieder zu vereinen nicht erfüllen." Es hatte Kritik an der Personalie Judit Polgar gegeben, zum einen, weil sie noch nie ein politisches Amt innehatte und weil Peter Magyar sich so schnell für eine Kandidatin ausgesprochen hatte, obwohl er kurz zuvor von einem offenen demokratischen Prozess gesprochen hatte.
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